Seit Mitte Februar ist OM’s neues Schiff, die Logos Hope, endlich im aktiven Dienst, nachdem sie fünf Jahre lang umgebaut wurde und die Nerven der OM-Welt in Spannung hielt. Als gute OMer wollten auch wir die Gelegenheit nutzen, uns das fertige Prachtstück anzusehen. Ihr gegenwärtiger Hafen bedeutet für uns außerdem die kürzeste Entfernung zum Meer überhaupt und so machten Holger und ich uns gestern auf den Weg nach Scheveningen bei Den Haag in den Niederlanden.
Nach einer knapp dreistündigen, staudurchzogenen Fahrt waren wir endlich an Bord und wurden von meiner Freundin Svenja herumgeführt. Der Vergleich zu meinem letzten Besuch im Februar 2008 war beeindruckend: Einfach unglaublich, was Teppiche und fehlender Kreissägenlärm ausmachen! Die Dauerbaustelle mit ihren bedauernswerten Bewohnern ist zu einem schönen, warmen, freundlichen Bücherschiff geworden. Nicht, dass ich versucht gewesen wäre, noch einmal auf ein Schiff umzuziehen
, aber ich konnte doch viele Aspekte sehen, von denen wir auf der fast 95 Jahre alten Doulos nur geträumt haben. Nach einem ausgiebigen Bummel durch den Buchladen verabschiedeten wir uns am späteren Nachmittag und machten uns auf den Weg zum gleich neben dem Schiff beginnenden Strand.
Obwohl die Wetteraussichten für diese Woche absolut nicht vielversprechend waren, wurde mein eher halbherziges Gebet vom Vorabend erhört und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein den schönen Sandstrand entlangspazieren. Bei 6°C und starkem Wind bot sich ein Bad im Meer eher nicht an, aber wir haben den Blick auf die Wellen absolut genießen können.
Während wir so dahin liefen, wurde mir plötzlich bewußt, dass sich gerade ein Kindheitstraum erfüllte. Als nicht zu leugnende hoffnungslose Romantikerin habe ich bereits als kleines Mädchen gehofft, irgendwann einmal mit der Liebe meines Lebens am Meeresstrand entlang zu spazieren. Mit Holger an meiner Seite war es plötzlich soweit und ich hatte das Gefühl, ich bekomme gerade hundertfach zurück, was mich mein Schritt zu OM vor fünf Jahren gekostet hat. Denn ohne den wären wir uns nicht begegnet und hätten ohne meine OM-Erfahrungen auch nicht so gut zusammengepasst.
Es lohnt sich wirklich, Gottes Führungen zu folgen, auch wenn sie erstmal nicht dem entsprechen, was man sich selbst wünscht oder vorstellt.